mit dem Schwerpunkt:

Psychologische Beratung von erwachsenen männlichen Opfern sexualisierter Gewalt

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart – Trägerin der Psychologischen Beratungsstelle von Ruf und Rat in Stuttgart – stellt sich Ihrer Verantwortung im Umgang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland auf unterschiedlichen Ebenen (s.a.: drs.de/rat-und-hilfe/hilfe-bei-missbrauch-praevention).
Empfehlungen der Missbrauchsstudie („MHG-Studie“), die von den Diözesen Deutschlands in Auftrag gegeben wurde, und daraus abgeleitete Empfehlungen des Diözesanrats Rottenburg-Stuttgart sind auf den Weg gebracht.

Die Psychologischen Familien- und Lebensberatungsstellen (PFL-Stellen) der Diözese leisten schon seit vielen Jahren kompetent Unterstützung und Hilfe für Menschen in Not, auch für Menschen, die sexuell missbraucht wurden. Opfern sexualisierter Gewalt zu helfen heißt, ihnen Last zu nehmen, mit ihnen Wege zu erarbeiten, mit dem Furchtbaren, das sie erlitten haben, zu leben.
Neben der psychologischen Beratung gehört auch Präventionsarbeit zu den Aufgaben der Psychologischen Beratungsstellen – auch im Bereich sexualisierter Gewalt.

Seit Jahren wird in Stuttgart das Netzwerk Männerberatung von den Fachberatungsstellen darauf aufmerksam gemacht, dass für erwachsene Männer mit Missbrauchserfahrung eine „Angebotslücke“ besteht. In Absprache mit dem Netzwerk Männerberatung (maennerberatung-stuttgart.de) wird Ruf und Rat mit dem Projekt versuchen, diese Lücke zu schließen.
Wie können die Psychologischen Beratungsstellen mit ihren Kompetenzen dazu beitragen, sexualisierte Gewalt noch umfangreicher und gezielter aufzuarbeiten, ihr entgegen zu treten und sie zukünftig zu verhindern? Das Fachreferat der PFL-Stellen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart entwickelte gemeinsam mit der Stabsstelle Prävention ein auf drei Jahre angelegtes Projekt an drei PFL-Standorten (Stuttgart, Tuttlingen, Horb). Nach Auswertung der Ergebnisse (2023) soll dieser Arbeitsbereich an allen PFL-Standorten in der Diözese implementiert werden.

Geplante Maßnahmen des Projekts bei Ruf und Rat in Stuttgart sind:

Psychologische Beratung

  • für erwachsene männliche Opfer sexualisierter Gewalt (= Schwerpunkt!)
  • für Angehörige
    räumlich, personell und zeitlich getrennt davon:
  • Erstberatung für Täter*innen, Tatgeneigte, um sie in geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln
  • Nutzung vorhandener Netzwerk- und Kooperationsstrukturen vor Ort (z. B. Netzwerk Männerberatung), um Klient*innen weiterzuvermitteln bzw. Klient*innen vermittelt zu bekommen.

Supervision

  • Einzel-, Gruppen- und Team-Supervision (v.a.) für kirchliche Mitarbeiter*innen
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Person, dem Bedürfnis nach Nähe und Beziehung, der eigenen Sexualität, Machtstrukturen

Präventive Maßnahmen

  • Präventionsprojekte planen und durchführen
  • Erstellen von Material für die präventiven Maßnahmen
  • Vorträge
  • Selbsthilfegruppen

Kooperation und Vernetzung vor Ort / Öffentlichkeitsarbeit

  • mit anderen – kirchlichen und nicht-kirchlichen – Einrichtungen, Fachbereichen, Gruppierungen und Personen
  • innerhalb des Dekanats
  • Kooperation und Vernetzung der Modellstandorte untereinander

Als nächster Schritt steht die Besetzung der Projektstelle an, deren Ausschreibung Sie im Folgenden finden.