Es sind zwei unterschiedliche Entwicklungen, die sich in der Arbeit der katholischen und der evangelischen Telefonseelsorge beobachten lassen. Zum einen melden sich immer mehr junge Männer, weil sie Orientierung suchen. Zum anderen nehmen die Themen Flucht, Flüchtlinge und die Angst vor Überfremdung stetig mehr Raum in den Gesprächen ein. Die beiden Stellen haben in dieser Woche in einer gemeinsamen Pressekonferenz im Haus der katholischen Kirche ihre Jahresberichte vorgestellt.

160 Frauen und Männer arbeiten ehrenamtlich bei den beiden Telefonseelsorgestellen mit. Sie versuchen, verzweifelten Menschen wieder ein Stück Hoffnung zu geben, sie aufzurichten oder einfach nur eine kurze Zeit am Telefon mit ihnen zu gehen. Die Ehrenamtlichen müssen sich auf eine mehrmonatige Ausbildung einlassen, zu der eine Auseinandersetzung mit der eigenen Person genauso gehört wie das Erlernen von Methoden der Gesprächsführung. Sie verpflichten sich dazu, nach der Ausbildung eine bestimmte Zeit bei der jeweiligen Telefonseelsorge mitzuarbeiten. Vorausgesetzt wird auch die Bereitschaft, nachts Dienst zu tun. Trotz der hohen Anforderungen, die an die freiwilligen Helfer gestellt wird, ist Thomas Krieg überzeugt: „Die Ehrenamtlichen empfinden ihre Tätigkeit als etwas sehr sinnvolles, sie fühlen sich aufgehoben in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten.“ Deshalb bleiben viele Ehrenamtliche auch sehr viel länger bei der Telefonseelsorge als von ihnen erwartet wird. Sowohl die evangelische als auch die katholische Telefonseelsorge bildet regelmäßig Ehrenamtliche aus, bei Ruf und Rat beginnt der nächste Ausbildungskurs im September, bei der evangelischen Telefonseelsorge im Januar.

(Nicole Höfle, katholisches Stadtdekanat, 31. Mai 2016)