Ein Thema taucht in immer mehr Gesprächen auf, ganz unabhängig vom Alter der Anrufer: die Flüchtlingskrise. Statistisch lässt sich zwar noch keine feste Aussage treffen, aber der Trend ist aus Sicht von Krischan Johannsen, dem Leiter der evangelischen Telefonseelsorge der Region Stuttgart, unübersehbar. Die gesellschaftliche Veränderung durch die starke Zuwanderung treibt viele Menschen um. „Es ist die Angst vor einer Überfremdung, die spürbar wird, aber nicht nur“, so Johannsen. Bei anderen Anrufern werde durch die Flüchtlingskrise die eigene Fluchtgeschichte wieder aus der Erinnerung nach oben gespült und müsse neu verarbeitet werden. Dann wieder gibt es Anrufer, die aus ihrer Abneigung gegen die Zuwanderer keinen Hehl machen und die von dem Gefühl getrieben werden, dass den Flüchtlingen Sozialleistungen hinterhergeworfen werden, während sie selbst auf der Strecke bleiben. Aber es melden sich auch Menschen, die sich mit viel Herzblut in der Flüchtlingshilfe engagieren, die sich aber überfordert fühlen. „Wir haben zum Beispiel Anrufer, die einen jugendlichen Flüchtling zu Hause aufgenommen haben und die einfach jemand brauchen, der ihnen zuhört“, erzählt Krischan Johannsen.