Interessenten absolvieren vor ihrem Einsatz eine kostenlose Ausbildung

Die katholische Telefonseelsorge für Stuttgart und weitere Städte sucht neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Januar 2019 startet ein neuer Ausbildungskurs bei Ruf und Rat in Stuttgart. Interessenten können sich noch bis Anfang Dezember bei Ruf und Rat melden.

Vor Beginn ihres Dienstes absolvieren Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger einen mehrmonatigen Ausbildungskurs, der kostenlos ist und nach bundesweit einheitlichen Richtlinien durchgeführt wird. Zu den Inhalten zählen insbesondere Techniken der Gesprächsführung und Kenntnisse über Themen, die in Anrufen bei der Telefonseelsorge häufig angesprochen werden: Akute Sinn- und Lebenskrisen, Krankheit, Vereinsamung und Beziehungsprobleme, die Erfahrung von Mobbing oder auch eine plötzliche Arbeitslosigkeit.

Einrichtung ist rund um die Uhr besetzt

Nach der Ausbildung werden die Mitarbeitenden durch Supervision und Fortbildungen weiter begleitet. Besondere fachliche Vorkenntnisse werden nicht erwartet – erforderlich sind jedoch die Bereitschaft zur Selbsterfahrung, seelische Stabilität, die grundsätzliche Fähigkeit, sich auf andere Menschen und ihre Sorgen einlassen zu können, sowie die unbedingte Achtung der seelsorgerlichen Verschwiegenheit. Die katholische Telefonseelsorge in Stuttgart ist rund um die Uhr besetzt, verfügt über rund 55 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und arbeitet an jedem Tag des Jahres, rund um die Uhr.

Wer für sich selbst möglicherweise einen Sinn darin sieht, anderen Menschen in einer krisenhaften Lebenssituation zur Seite zu stehen, kann sich telefonisch (0711-2262055) oder über die Homepage www.ruf-und-rat.de ganz unverbindlich über die Aufgaben und die Arbeit der Telefonseelsorge informieren.

KOMmunikationsKOMpetenz Kurs
Ein Programm zur Verbesserung der Paarkommunikation und der Beziehungsqualität

Kurszeiten: Wochenende 26./27.01.2019 von 9:30-17:00 Uhr und mittwochs 06./13./20./27. Februar 2019 jeweils von 19:00 –21:30 Uhr
Ort: Rupert-Mayer-Haus
Kosten: € 180,00 (pro Paar)
Ute Benker (Trainerin), Thomas Krieg (Trainer)

KOMKOM wird in Kleingruppenform mit drei oder vier Paaren und zwei TrainerInnen durchgeführt. In acht Arbeitseinheiten zu je 2½ Stunden werden grundlegende Fertigkeiten zu verschiedenen Bereichen erarbeitet und eingeübt.

Vorgespräch erforderlich!
Anmeldungen und Informationen bei Thomas Krieg, KOMKOM-Trainer und Leiter der Psychologischen Beratungsstelle Ruf und Rat, Telefon: 0711 226 20 55
Oder Ute Benker, KOMKOM-Trainerin, ev. Psychologische Beratungsstelle Stuttgart, Telefon: 0711 66 95 90

 

  Flyer – KOMKOM 2019

Sie haben Interesse an einem interessanten wie anspruchsvollen Ehrenamt mit einer fundierten Ausbildung?

Sie haben jetzt die Möglichkeit, sich zu bewerben. Unser nächster Ausbildungskurs beginnt mit dem Start­wochenende am 2./3. Februar 2019.
Die Gruppenabende werden jeweils montags von 17.30 – 19.45 Uhr (ausgenommen Ferienzeiten) stattfinden.
Am 9. Oktober und 23. Oktober 2018 finden jeweils Infoabende von 18.00 – 19.30 Uhr und am 7. November oder 8. Dezember 2018 Auswahltage im Rupert-Mayer-Haus, Stuttgart statt.

Wenn Sie Interesse an der Ausbildung und einem qualifizierten Ehrenamt haben, dann nehmen Sie gleich Kontakt mit uns auf.

An Thomas Krieg, Leiter der Psychologischen Beratungsstelle Ruf und Rat.
krieg@ruf-und-rat.de

oder Bernd Müller, stellvertretender Leiter Telefonseelsorge.
mueller@ruf-und-rat.de

Wir freuen uns auf Sie!

Rüstzeug für das alltägliche Miteinander
Termin: 02.02.2019 und 09.02.2019 jeweils von 13:00 bis 17:00 Uhr

Ort: Rupert-Mayer-Haus, Hospitalstr. 26, 70174 Stuttgart

Kosten: € 60,-

Referentin: Karin Gustedt, Dipl.-Psychologin

Anmeldung bis 03.12.2018
Ruf und Rat
Tel. 0711 2262055
beratungszentrum@ruf-und-rat.de

Beruflich und privat sind wir immer wieder Situationen ausgesetzt, in denen wir nicht wissen, wie wir uns angemessen verhalten sollen. Manchmal möchten wir lieber nein statt ja sagen. Manchmal würden wir gern eigene Forderungen, Kritik oder Dank äußern. Welche Hindernisse gibt es, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten?
Das Ziel dieses Workshops ist, unsere Fähigkeiten zu stärken, um mit anderen Menschen souverän, einfühlsam, fair und konstruktiv umzugehen.

 Flyer – SOZIALE KOMPETENZ 2018

 

Gottesdienst für getrennt geschiedene Menschen und deren Angehörige

Freunde am Sonntag, den 21.10.2018 17.00 Uhr Liebfrauen, Bad Cannstatt, Wildunger Straße 55, 70372 Stuttgart

 Flyer – WENN WEGE SICH TRENNEN 2018

 

Immer mehr psychisch kranke Menschen rufen bei der Telefonseelsorge an
Katholische und evangelische Telefonseelsorge in Stuttgart stellen Jahresberichte vor.

Was die Statistiken der Krankenkassen schon lange vermelden, spiegelt sich auch bei der evangelischen und katholischen Telefonseelsorge in Stuttgart wider: Die Zahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen wächst. Viele Menschen, die in psychotherapeutischer oder psychologischer Behandlung sind, suchen darüber hinaus Hilfe auch bei der Telefonseelsorge – sei es nachts oder am Wochenende, etwa, wenn der behandelnde Therapeut nicht zu erreichen ist oder auch, weil sie das Bedürfnis haben, über die Behandlung zu reden. Die beiden Telefonseelsorgen, die in das Gesundheitssystem nicht eingebunden sind und auch keine Gelder der Krankenkassen erhalten, sehen sich als wichtige kirchliche Ergänzung.  

Da ist die missbrauchte Frau, die sich nach außen ein scheinbar normales Leben aufgebaut hat, ihrem Beruf nachgeht, aber mit ungeheuren Ängsten im Kontakt mit anderen Menschen zu kämpfen hat und die seit Jahren immer wieder bei der Telefonseelsorge anruft. Da ist der junge Mann, der wegen seiner Depression behandelt wird und der darüber reden möchte, ob er die Medikamente absetzen soll. Oder der ältere Mann, der jeden Tag aufs Neue überwältigt ist von erschreckenden Nachrichten irgendwo auf der Welt und dem es hilft, wenn ein Telefonseelsorger mit ihm ein Gebet spricht. Alle drei sind in Therapie, brauchen aber dennoch die Ansprache der Haupt- und Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge.

„Wir sehen uns als wichtige Ergänzung zum Gesundheitssystem. Wir sind nicht in den Strukturen verortet, bekommen keine finanzielle Förderung aus diesem Bereich. Das heißt, dass wir frei handeln können“, sagt Martina Rudolph-Zeller, die stellvertretende Leiterin der evangelischen Telefonseelsorge in Stuttgart. Der große Vorteil der Telefonseelsorge sei es, dass die Beratenden über die wichtige Ressource Zeit verfügten – anders als in Kliniken und Praxen, wo für Gespräche oft wenige Zeit bleibe. Als weiteren Pluspunkt spricht sie von der Telefonseelsorge als einem „geduldigen System“. „Viele Anrufer sind fordernd und in chronifizierten Zuständen verhaftet. Für einzelne Berater kann dies sehr anstrengend sein. Die Telefonseelsorge aber verfügt über eine hohe Geduld, da die Anrufer immer wieder bei anderen Gesprächspartnern herauskommen. Diese systemische Geduld hilft, die Menschen über eine lange Zeit begleiten zu können.“ Die Anrufer seien dankbar, dass ihnen in der Not des Augenblicks jemand zuhöre, ohne sie zu korrigieren oder zu drängen.

Im Gesundheitssystem verloren

Den Weg zur Telefonseelsorge finden auch viele psychisch kranke Menschen, die sich im Gesundheitssystem verloren fühlen. Sie erleben das System als mangelhaft, bekommen zu wenig Information und bleiben nach Jahren der Behandlung irgendwo auf der Strecke. „Wir erleben Menschen mit Burnout, die teilweise über Monate krankgeschrieben sind, ohne dass etwas passiert. Sie haben keine Therapie, bekommen vielleicht  Antidepressiva und haben vielfach wenig Ahnung, was für sie möglich und nötig wäre“, erklärt Thomas Krieg, der Leiter der katholischen Telefonseelsorge Ruf und Rat.

Andere Anrufende seien austherapiert und bekämen nur noch eine minimale ärztliche Betreuung. Auch für diese Menschen sei es wichtig, sich zu jeder Zeit und in jeder Krise an die Telefonseelsorge wenden zu können. Klar sei aber auch: „Wir machen keine Therapie, sondern bieten seelsorgerliche Begleitung. Das kann für eine Therapie unterstützend wirken. Immer aber sind wird darum bemüht, dass die Anrufe bei uns nicht kontraproduktiv zur Therapie sind“, erklärt Thomas Krieg. Bei Bedarf vermitteln die Telefonseelsorger auch an   andere Hilfsangebote weiter, etwa an Kliniken oder Gemeindepsychiatrische Zentren.

Daueranrufer werden auf dieselbe Stelle geschaltet

Bei den beiden Telefonseelsorgestellen arbeiten insgesamt 191 Frauen und Männer ehrenamtlich mit. Diese sind es, die neben den vier hauptamtlichen Fachkräften die Erreichbarkeit rund um die Uhr überhaupt erst ermöglichen. Die Ehrenamtlichen werden in qualifizierten, längeren Schulungen auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Entgegen genommen haben die Haupt- und Ehrenamtlichen in Stuttgart im Jahr 2017 insgesamt 44 140 Anrufe, im Jahr zuvor waren es noch 51 651 gewesen. Der Rückgang erklärt sich aus zwei technischen Umstellungen. Um eine Art Telefon-Hopping zu verhindern, werden Daueranrufer seit dem vergangenen Jahr auf dieselbe Stelle geschaltet. „Wir hatten Anrufer, die sich am Tag mehr als 80mal bei uns gemeldet haben und tatsächlich an verschiedenen Stellen am Tag nahezu 20 Gespräche erhalten haben. Das ist jetzt nicht mehr möglich.“, sagt Krischan Johannsen, der Leiter der evangelischen Telefonseelsorge.

Neu ist auch, dass alle mobilen Anrufer inzwischen geroutet werden und regional zugeordnet werden. Auch dies hat zu einer Verringerung der Anrufer in Stuttgart geführt. Ein positiver Effekt dieser Entwicklungen ist: Die Gespräche dauern im Schnitt zwei Minuten länger – was bei den Ehrenamtlichen zu einer größeren Zufriedenheit führt. Gestiegen ist die Zahl der Chatberatungen und zwar von 617 im Jahr 2016 auf 995 Kontakte im vergangenen Jahr. „Wenn wir einen Chattermin anbieten, ist dieser immer sofort vergeben“, sagt Bernd Müller von Ruf und Rat.

 

Kontaktdaten der Telefonseelsorge-Stellen

Telefonseelsorge Stuttgart e.V. (evangelisch):
Telefon: 0800 1110111
www.telefonseelsorge-stuttgart.de
info@telefonseelsorge-stuttgart.de (nicht für Mailberatung!)

Telefonseelsorge (katholisch):
Telefon: 0800 1110222
www.ruf-und-rat.de
beratungszentrum@ruf-und-rat.de

Ab 10. April 18.00 Uhr, Kunst in der Beratungsstelle, Hospitalstraße 26, Stuttgart

Mit Bildern und Skulpturen von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge

 

  Plakat – Vernissage Begegnungen

Psychologische Ehe-, Familien- und Lebensberatung

Jeden Donnerstag 14.00 bis 15.00 Uhr
(nicht während der Schulferien)

in den Räumen von Ruf und Rat im Rupert-Mayer-Haus, Stuttgart, Hospitalstraße 26