Für die Katholische Telefonseelsorge in Stuttgart sucht die Diözese Rottenburg- Stuttgart zum nächstmöglichen Zeitpunkt

eine Person (m/w/d) mit dem Studium der Religions- oder Sozialpädagogik bzw. der Theologie oder Psychologie.
Der Beschäftigungsumfang beträgt 50%. Die Anstellung ist unbefristet.

Die TelefonSeelsorge ist ein kirchliches Seelsorge- und Beratungsangebot, das Menschen in persönlichen Not- und Krisensituationen Beratung und Krisenintervention anbietet. Diese Beratung am Telefon und im Chat wird überwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt, welche für diesen Dienst ausgebildet und begleitet werden.

Zu Ihren Aufgaben gehören insbesondere

  • Mitarbeit bei der Gewinnung, Auswahl und Ausbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren fachlichen Begleitung
  • Organisation und Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen
  • Öffentlichkeitsarbeit, Kooperations- und Verwaltungsaufgaben
  • Weiterentwicklung der Beratung über digitale Medien

Sie bringen mit

  • ein abgeschlossenes Studium (FH/Bachelor möglich)
  • eine beraterische/therapeutische oder supervisorische Zusatzausbildung und einschlägige Berufserfahrung
  • Erfahrung in der Leitung und Begleitung von Gruppen
  • gute Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten
  • die Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten
  • die Identifikation mit den Aufgaben und Zielen der TelefonSeelsorge
  • Empathie, Teamfähigkeit, Kreativität und Humor

Wir bieten Ihnen

  • Eine abwechslungsreiche Aufgabe mit viel Gestaltungsraum
  • Eine engagierte Gemeinschaft von Haupt- und Ehrenamtlichen
  • Fortbildung und Supervision
  • Zusätzliche Altersversorgung über die Kirchliche Zusatzversorgungskasse
  • Unterstützung Ihrer Mobilität im Rahmen des JobTickets

Anstellung und Entgelt richten sich nach der Arbeitsvertragsordnung der Diözese Rottenburg-Stuttgart (AVO-DRS), vergleichbar mit dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes der Länder (TV-L). Die Eingruppierung erfolgt entsprechend der Qualifikation.

Die Identifikation mit der katholischen Kirche setzen wir voraus. Die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche ist wünschenswert. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen mit Angabe Ihrer Konfession bis zum 05.02.2023 an beratungszentrum@ruf-und-rat.de. Ihr Ansprechpartner ist Bernd Müller (0711/2262055).

  Stellenangebot – (m/w/d) mit Studium der Religions- oder Sozialpädagogik bzw. der Theologie oder Psychologie

Krieg auf europäischem Boden, steigende Energiepreise, Klimakrise und Folgen von Corona – die Anliegen, mit denen sich die Menschen an „Ruf und Rat“ wenden, haben sich in den letzten 60 Jahren stark verändert. Gleichgeblieben ist, dass die Mitarbeitenden der psychologischen Beratungsstelle und der katholischen Telefonseelsorge für alle Menschen in Not da ist, gleich welcher Nationalität oder Religionszugehörigkeit. In den vergangenen sechs Jahrzehnten sind die Hilfesuchenden immer mehr geworden und das Angebot wurde erweitert. „Besonders bei jungen Erwachsenen, die sich oft per Chat bei uns melden, haben wir einen enormen Zuwachs“, berichtet Gabriele Stark, die seit zwei Jahren „Ruf und Rat“ leitet.

„Das Leben ist fragil geworden, das spüren junge Menschen besonders, auch Einsamkeit ist ein großes Thema“, erzählt Gabriele Stark. „Auf Dauer kann man bei der Familie und den Freunden die eigenen psychischen Probleme nicht thematisieren, ohne Beziehungen überzustrapazieren. Dafür sind wir mit unserem multiprofessionellen Team und dem geschützten Rahmen da.“ Und auch dieser entwickelt sich weiter, zum Beispiel bei „Blended Counseling“. Ratsuchende profitieren dabei von einem Mix aus Präsenz- und mit Videoberatung. „Die Menschen, die sich an uns wenden sind sehr dankbar, dass wir so flexibel sind“, sagt die Psychologin.

Im Vergleich zu den Anfängen von „Ruf und Rat“ nimmt sie mehr Offenheit gegenüber psychischen Erkrankungen und eine höhere Bereitschaft wahr, sich Hilfe zu holen. Bei Menschen jedoch, die sich an patriarchalischen Strukturen orientieren, gebe es noch sehr große Hürden. „Deshalb arbeiten wir daran, unsere Angebote möglichst niederschwellig zu gestalten, z. B. ist auch anonyme Beratung möglich“, berichtet die Leiterin.

Gegründet 1962 als „Offene Tür“ in der Paulinenstraße

„Ruf und Rat“ wurde im Herbst 1962 als Einrichtung „Offene Tür“ mit den Aufgabengebieten katholische Telefonseelsorge, Ehe- und Familienberatung und Glaubensinformation eröffnet. Die Aufteilung in Telefonseelsorge, die rund um die Uhr erreichbar ist, und Beratungsstelle ist geblieben. Während man früher einfach zwischen 11 und 22 Uhr in der Paulinenstraße 40 vorbeikommen konnte, finden die Beratungstermine inzwischen nach Absprache online oder vor Ort im Rupert-Mayer-Haus in der Hospitalstraße statt. „Uns ist es sehr wichtig, schnell Ersttermine anzubieten. Wir möchten den Menschen psychologische Beratung anbieten, bevor sich Probleme verfestigen“, so Gabriele Stark. Durch Folgetermine oder eine schnelle Weitervermittlung könne man die Selbstwirksamkeit wieder ins Erleben bringen, Autonomie stärken oder auch psychische Erkrankungen abfedern. „In der Regel verschwinden Probleme nicht, wenn man sie nicht angeht. Im Gegenteil, sie verstärken sich. Deshalb gilt es, sie möglichst frühzeitig zu erkennen und versuchen, ihnen etwas entgegenzuhalten, präventiv.“

Chat-Beratung wird immer wichtiger

Die Telefonseelsorge war zunächst unter einer Stuttgarter Nummer erreichbar und kostenpflichtig. Seit 1997 gibt es zwei bundeseinheitliche und gebührenfreie Telefonnummern (0800 111 0 222 und 0800 111 0 111). Die Nachfrage ist nach wie vor groß, auch wenn die Beratung per Chat, die vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nutzen, kontinuierlich zunimmt. „Inhaltlich ist das, was die Menschen uns in Chats berichten, zum Teil viel gravierender als das, was sie uns am Telefon erzählen. Oft sind es Gewalt- und Missbrauchserfahrungen. Vielen Menschen fällt es leichter darüber zu schreiben als sie auszusprechen“, sagt Gabriele Stark. Sie geht davon aus, dass es in zehn Jahren mehr Menschen gibt, die den Chat nutzen als Menschen, die zum Telefonhörer greifen.

Mehr Ehrenamtliche und mehr Angestellte

Auch personell hat sich „Ruf und Rat“ erweitert: Während am Anfang ein Pfarrer und ein Team von 25 meist ehrenamtlichen Personen für Menschen in Not da waren, sind es inzwischen elf Angestellte und 70 Ehrenamtliche. Zum Angebot von „Ruf und Rat“ zählen auch juristische Beratung, Ehe- und Paarberatung, Familien- und Einzelberatung, Trennungsberatung, Supervision sowie Mediation.

Von Elisabeth Perkovic  20. Januar 2023
Bilder © Heinz Heiss

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Sie haben Interesse an einem interessanten wie anspruchsvollen Ehrenamt mit einer fundierten Ausbildung?

Sie haben jetzt die Möglichkeit, sich zu bewerben.
Unser nächster Ausbildungskurs beginnt mit einem Wochenende am 25./26. März 2023.

Die Gruppenabende werden jeweils dienstags von 17.30 – 19.45 Uhr (ausgenommen Ferienzeiten) stattfinden.

Der Auswahltag findet am 28. Januar 2023 im Rupert-Mayer-Haus, Stuttgart statt.

Wenn Sie Interesse an der Ausbildung und einem qualifizierten Ehrenamt haben, dann nehmen Sie gleich Kontakt mit uns auf.

Bernd Müller, stellvertretender Leiter Telefonseelsorge.
mueller@ruf-und-rat.de

Wir freuen uns auf Sie!

Mehr Informationen zur Ausbildung finden Sie hier
 Informationen zur Mitarbeit und Ausbildung als Flyer finden Sie unter Downloads 

Als Erweiterung unseres Beratungsangebotes bieten wir zukünftig auch Mediation an.

Die Mediation ist ein Verfahren zur Beilegung eines Konfliktes, bei dem ein/e Mediator/in die Beteiligten in ihrem Lösungsprozess begleitet.

Ziel ist es, eine gemeinsame Vereinbarung zu entwickeln, die den Bedürfnissen und Interessen der Parteien entspricht.

Dadurch kann es gelingen nachhaltige Einigungen zu erreichen und Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Wenn Sie Interesse an einer Mediation haben oder weitere Informationen wünschen, vereinbaren Sie bitte einen Termin unter der Telefonnummer 0711 2262055.